Bald wieder ökumenischer „Kirchtag“ in armenischem Kloster

 

VON Heinz Gstrein

Nikosia. Im türkisch besetzten Nordzypern wurde endlich die Wiederinstandsetzung des armenischen Makarios-Klosters (Surp Magar) genehmigt. Seit dem Einfall der Türkei 1974 war es dem Verfall, aber auch Plünderungen und mutwilligen Verwüstungen preisgegeben. Beobachter sehen im lang verzögerten grünen Licht aus Ankara für das Anlaufen eines UNO-Restaurierungsprojektes (UNDP) ein Zeichen für die Gesamtverbesserung des türkisch-armenischen Verhältnisses unter dem neuen Armenier-Patriarchen von Konstantinopel, Sahak II.- Das Kloster liegt nördlich der noch immer zweigeteilten Hauptstadt Nikosia wenige Kilometer hinter der zyprischen „Zonengrenze“ am südlichen Abhang des Pentadaktylos (Fünffingerberg). Die heutigen Ruinen stammen von Klosterbauten von 1811-14, nachdem der mittelalterliche Konvent einem Erdbeben zum Opfer gefallen war. Nur an Fenstern und Türen blieben Rund- und Spitzbögen aus der Zeit erhalten, als um das Jahr 1000 eine damals auf Zypern starke koptische Gemeinde das Kloster zu Ehren ihres frühen „Wüstenvaters“ St. Makarios erbaut hatte. Es ging später an die Armenier über, wie eine erste Urkunde von 1425 belegt. Unter osmanischer Herrschaft ab 1571 erfreute sich Surp Magar der Steuerfreiheit für seine über 1000 ha mit Olivenbäumen. Nachdem Zypern 1878 vom Sultan den Briten verpachtet worden war, diente das Kloster nach den ersten Armeniermorden in der Türkei 1895/96 als Waisenhaus. Bis zur Brandschatzung durch türkische Truppen im Juli 1974 wurde alljährlich am Makarios-Tag „Madagh“, dem ersten Sonntag im Mai, ein großer Kirchtag im „Armenomonastiro“ gefeiert, wie die Zyperngriechen es nannten. Dazu fanden sich Armenisch- und Griechisch-Orthodoxe, aber auch die seit Kreuzzugszeiten auf Zypern heimischen römischen und maronitischen Katholiken ein. 2021 soll der „Madagh“ wieder ökumenisch im renovierten Kloster stattfinden.

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