‘Αρθρα Ειδήσεις Κόσμος

Auf dem Weg zum Nahostfrieden

 

Das „Abhraham-Abkommen“ als Bahnbrecher für Juden, Christen und Sunniten

 

Von Heinz Gstrein

Der winzige Golfstaat Bahrain ist auf die große Bühne der Weltpolitik getreten, als am 15. September 2020 sein Aussenminister Abdullatif bin Raschid al-Sajani ebenso wie sein Amtskollege aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu den nahöstlichen Dreieierfrieden „Abkommen Abraham“ unterzeichnet haben. Nur fehlte vor dem Weissen Haus jene Frau, die dieses Friedenswerk entscheidend vorbereitet hat: Houda Ezra Nonoo, eine bahrainische Jüdin.

Sie wirkte zwischen 2008 und 2013 als Botschafterin von König Hamad bin Isa Al-Khalifa in Washington. Ihre Vorfahren waren Bagdader Juden, die vor dem Ersten Weltkrieg am Weg nach Indien auf der Insel geblieben waren, dort eine Bank und Handelsfirma gegründet hatten. Der Nonoo-Clan hielt Bahrain auch die Treue, als die jungen Vereinten Nationen 1947 das halbe Palästina der jüdischen Aliya überliessen und erste Palästinenser-„Flüchtlinge“ zum Golf beim „Pogrom von Manama“ auf Judenhatz gingen. Die Nonoos ließen sich als einige unter Wenigen nicht vertreiben.

 

Prophetisch für messianische Juden

Familienchef Abraham Nonoo bestimmte seine vielversprechende Enkelin Ezra statt fürs Geschäft zu Politik und Diplomatie. 2005 wurde sie Mitglied des königlichen Senats, der zweiten Parlamentskammer von Bahrain. Nach ihrer Rückkehr aus den USA übernahm sie im Außenamt die West-Abteilung, die sich zunächst inoffiziell auch mit Israel beschäftigte. Heute steht sie am Golf für das Friedenswerk, das der messianische Jude Joel C. Rosenberg als 2„prophetisch und historisch“ bezeichnet. Für ihn als „Israeli, als Jude und Evangelikaler“ auch „persönlich erregend und spannend.“

 

Iran und die Türkei Israels neue Feinde

Rosenberg wurde 1967 bei Rochester am Ontariosee geboren und erlebte mit 17 Jahren seine christliche Wiedergeburt. Seitdem versteht er sich als „jüdischer Jünger Jesu“. Als Chefredaktor von „All Israel News“ ist er einer der weltweit gewichtigsten Sprecher der messianischen Juden geworden. In „Abraham-Abkommen“ sieht er  einen „gewaltigen Aufbruch“ zur Aussöhnung von Arabern und Israelis. Diese verspricht beiden Seiten Frieden, Wohlstand, Ruhe und Sicherheit. Dagegen schliessen sich wie Gog und Magog Jesu und Israels neue Feinde Iran und die Türkei zusammen.

 

Schiiten als Unhruhefaktor

Auch auf den 33 Inseln von Bahrain ist Feindschaft zu Israel und seinem Messias tief verwurzelt. Hauptfaaktor eine schiitische Mehrheit, die gut zwei Drittel der rund einen Million Staatsbürger ausmacht. Das Sagen hatten aber immer die vom Königshaus und seiner Oberschicht geführten Sunniten. Die revolutionäre Bewegung des „Arabischen Frühlings“ sprang 2011 sofort von Tunesien ins ferne Bahrain über, wo sie kein sozialer Protest, sondern ein Anliegen der Schiiten wurde. Ihre Unrast konnte nur mit Militärhilfe des großen Nachbarn Saudi-Arabien niedergeschlagen werden.

 

Lang ein „Persischer“ Golf

Seitdem regiert König Hamad gegen die Mehrheit seiner Bevölkerung, von aussen bedroht durch Iran. Das alte Persien hatte im 17./18. Jahrhundert auch die Südküste des Golfs beherrscht, wovon bis heute der Name Persischer Golf geblieben ist. 1783 machte sich Bahrain selbstständig, konnte seine Eigenstaatlichkeit aber nur mit Hilfe der Engländer aufrecht halten, die bis 1971 die Oberherrschaft ausübten. Die Schahs hatten diese Loslösung nie anerkannt, erst ihr letzter, Reza Pahlewi, wurde 1970 durch westlichen Druck dazu genötigt.

 

„Abraham“ für Bahrain Überlebensfrage

Die Islamische Revolution von Ayatollah Khomeini hatte 1979 nichts Eiligeres zu tun, als Bahrain wieder für Teheran zu beanspruchen. Dabei ist es bis heute geblieben. Für Bahrain war daher jetzt das Zusammenrücken mit Jerusalem als Hauptgegner der iranischen Ayatollahs eine Überlebensfrage. Den Boden dafür haben in dem Golfkönigreich seine fast gut 15 Prozent Christen mit ihrer Bejahung von Israel aufbereitet. Die Golfregion war schon in vorislamischer Zeit von den syrischen Kirchen missioniert worden. Die Muslime zwangen die Christen zur Abgabe der Hälfte ihres Besitzes und ihrer Einkünfte.

 

Nahostfrieden muss ein Religionsfrieden sein

Das hatte dem  Glauben an Jesus in der Folge fast alle Bekenner geraubt. Erst 1890 kamen englische Missionare nach Bahrain. Auf ihr Wirken geht heute die „Nationale Evangelikale Kirche“ zurück, der fünf Prozent der Bevölkerung angehören. Unter den anderen Freikirchen ist „Jesus Comes Ministry“ aktiv, das auf den 1963 von Jesus erweckten indischen Evangelisten John Rabindranath zurückgeht. Nachdem dieser 1972 auf den Andamanen gepredigt hatte, kam er im Jahr darauf erstmals nach Bahrain. Für seine Gemeinde ist nun das Abraham-Abkommen ein Vorzeichen von Jesu auch am Golf nahendem Reich.

Αφήστε μια απάντηση