Griechische Vergangenheit in Wien

 

Von Sabine Krammer

Die Griechen und Wiener haben seit Jahrhunderten eine kulturelle, geistige und wirtschaftliche Verbundenheit.

WIEN. „Griechische Spuren finden sich überall in Wien“, bestätigt Botschafterin Catherine Koika, die die heurige 200-Jahr-Feier zum Beginn der griechischen Unabhängigkeitsrevolte nutzen möchte, um die gemeinsame Vergangenheit stärker zu betonen.

Ein ganzes Viertel im ersten Bezirk ist nach den Griechen benannt und von den rund 12.000 Griechen in Österreich lebt mehr als die Hälfte in Wien. „Die Habsburger haben vielen Griechen die Möglichkeit zur Ansiedelung und zur Ausübung ihrer Tätigkeit gegeben. Die in jener Zeit in Wien lebenden griechischen Intellektuellen förderten mit ihrem Werk das geistige Erwachen Griechenlands und haben somit den Nährboden der griechischen Revolution gelegt, der letztlich zur Gründung des griechischen Staates führte“, so Koika.

 

Kunst und Musik

Jene Auslandsgriechen haben auch in Wien ihre Spuren hinterlassen, wie die Familie Dumba, die als Mäzen den Musikverein mitfinanziert haben. „Heute gestalten griechische Künstler das Leben in Wien mit, wie der vor einigen Jahren in Wien verstorbene berühmte Bildhauer Joannis Avramidis, der im Museum Albertina Modern oder vor dem UNO-Gebäude in Wien mit seiner Bronzestatue für den Zusammenhalt und die Solidarität der Menschen zu sehen ist“, so die Diplomatin. Weil Koika selbst begeisterte Malerin und Kunstsammlerin ist, besucht sie gerne die Museen und Galerien der Stadt: „Ich mag diese besondere künstlerische Vitalität in Wien”, unterstreicht die Botschafterin.

Neben Kunst mag sie auch Musik, von der klassischen Art bis zu Jazz. Koika: „Mein Sohn spielt Saxophon, daher ist mir Jazz sehr vertraut.“ Zum Staatsbesuch der griechischen Präsidentin Katerina Sakellaropoulou im November wird ein klassisches Konzert im Stephansdom mit Stücken, die von der griechischen Revolution inspiriert wurden, ein Höhepunkt der 200-Jahr-Feier sein. Durch die vielen, sehr alten Verbindungen zwischen Griechenland und Wien fühlt sich die Botschafterin hier wie zu Hause. „Besonders schätze ich an Österreichern, dass sie mein Land lieben, respektieren und an einem Zusammenarbeiten interessiert sind.“ Diese Zusammenarbeit betrifft sowohl politische Kooperationen als auch wirtschaftliche Bereiche wie alternative Energien und den Umweltschutz. Deshalb plant die Botschaft ein eigenes Wirtschaftsforum zur Intensivierung dieser Zusammenarbeit.

 

Tourismus und schöne Plätze

Vor der Pandemie kamen rund 600.000 Österreicher jedes Jahr nach Griechenland. „Die Österreicher kommen als Touristen, bleiben deutlich länger als andere Nationen und fahren als Freunde zurück“, zieht die Botschafterin Bilanz. Die Gastfreundschaft und die Kultur können dabei von den Wienern geschätzt werden, weil „die Stadt Wien ebenfalls reich an Kultur ist.“ Zum Entspannen zieht es die Diplomatin an die Donau oder an grüne Plätze mit viel Wasser außerhalb von Wien.

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