Erzbischof Elpidoforos: Festigung der orthodoxen US-Diaspora

 

 Von Heinz Gstrein                                                 

New York. Wie alle zwei Jahre hat die griechisch-orthodoxe Erzdiözese von Amerika ihren „Klerus-Laien-Kongress“ am 9. und 10. September abgehalten, wegen der Corona-Pandemie allerdings durch virtuelle Zusammenschaltung ihrer Teilnehmer. Sie erreichten dank dieser technischen Möglichkeit die noch nie dagewesene Anzahl von 1200 Delegierten. Diese 45. Erzbistums-Synode seit Errichtung der Kirchenstruktur für die orthodoxe Diaspora in den USA 1922 – sie umfasste früher auch ganz Nord- und Südamerika – sollte ursprünglich in Cleveland/Ohio stattfinden. Sie stand jetzt unter dem Motto „Am höchsten aber steht die Liebe“ (1 Kor 13,13).

Die aktuelle Synode war besonders bedeutsam, da sie das Reformwerk des neuen Erzbischofs Elpidoforos Lambriniadis zu billigen hatte. Sein Vorgänger Dimitrios Trakatellis war im Mai 2019 mit 91 Jahren zurückgetreten und hatte in finanzieller und personeller Hinsicht ein Chaos hinterlassen. Dieses betraf Veruntreuungen beim Bau einer Gedächtniskirche St. Nikolaus am Ground Zero, der Stätte des Al-Kaida-Anschlags vom 11.9.2011, die Zahlungsunfähigkeit der kirchlichen Pensionskasse für die Geistlichkeit und chronische Missstände an der Theologischen Hochschule Timios Stavros in Boston.

Auf diese Probleme und ihre erfolgreiche Meisterung durch Erzbischof Elpidoforos ging auch der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. in seiner Videobotschaft an die Synode ein. Als Grundlinien einer erfolgreichen Diasporaseelssorge nannte er „Teilnahme und nicht Enthaltung, Praxis und nicht nur Theorie, Annahme und keine Zurückweisung, Dialog und nicht fruchtlose Widerrede!“

Elpidoforos Lambriniadis sprach eingangs eine klare Verurteilung der orthidoxen US-Diaspora für die türkische Rückwandlung des Kirchenmuseums der Hagia Sophia, des Chora-Klosters und anderer zu Moscheen aus. Im Phanar und ganz Konstantinopel habe das Trauer ausgelöst, „die Augen sind voller Tränen und die Herzen schmerzerfüllt ob dieser nackten und aggressiven Verfolgung, dieser kulturellen Unterschlagung!“.

Zur Regelung der finanziellen Unregelmäßigkeiten unter seinem Vorgänger legte der Erzbischof für 2021 ein Sanierungsbudget in Höhe 24 Millionen $ vor. Der Klerus-Laien-Kongress nahm dieses fast einstimmig an. Für die Absicherung des Lebensabends der Geistlichen seien noch nicht genug Mittel vorhanden, doch will Lambriniadis diese bis zur nächsten Synode sicherstellen, die er für 2022 nach New York einberief. Bis dahin soll auch die St.-Nikolaus-Kirche auf dem Boden des 2001 zerstörten World-Trade-Centers fertiggestellt sein. Die Theologische Hochschule wolle er trotz jahrzehntelanger Vernachlässigung und akuter Corona-Krise nicht schließen, sondern in eine „Zukunft hoher Geistigkeit und Ausstrahlung“ weiterführen.

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