200 Jahre nach dem Griechischen Freiheitskampf

 

1821-2021: Wiener Podium mit Fachleuten aus Athen

 

Von Heinz Gstrein

Am 8. November hat die Diplomatische Akademie Wien zusammen mit der Botschaft der Griechischen Republik in Österreich eine Podiumsdiskussion zum 200. Gedenkjahr an die Erhebung der Griechen gegen die osmanische Herrschaft von 1821 veranstaltet. Akademie-Direktor Emil Brix konnte dazu fachkundige Kapazitäten begrüßen.

Botschafterin Catherine Kioka erinnerte daran, wie Europa den Atem anhielt, als sich die Griechen heroisch gegen das Großreich des Sultans erhoben. Angesichts der völlig feindlichen politischen Szene in Europa, das nach dem Wiener Kongress keine Grenzveränderungen wollte. Doch kamen der griechischen Sache Aufklärer zu Hilfe, so aus Wien Rigas Feraios/Velestinlis. Eine kräftige Philhellenische Bewegung erfasste die ganze Welt. Wie aber verhielt sich damals Österreich, hat sich seine anfangs recht negative Haltung geändert? Welchen Einfluss haben die Wiener Griechen in Wien darauf genommen?

 

 

Dazu gab der folgende Abend Auskunft. Als „Diplomatische Verwicklung oder diplomatischen Durchbruch“ untersuchte von der Athener Kapodistrias-Universität Olga Katsiardi-Hering die „Griechische Revolution und den österreichischen Faktor“. Sie befasst sich schon in ihrer gesamten, in Wien begonnenen Karriere mit dem Thema der Auslandsgriechen im Abendland.

Als kundiger Kenner der „Griechen-Diaspora in Wien und des griechischen Freiheitskampfes“ erwies sich der an der Universität Zypern lehrende Athener Dimitrios Kontogeorgis. Er hat sich mit Arbeiten zu den Griechen in den rumänischen Donaufürstentümern einen Namen gemacht.

Mit der “Österreichischen Politik nach dem Wiener Kongress und dem griechischen Freiheitskampf“ beschäftigte sich zum Abschluss die ehemalige Assistentin an der Universität Wien, Vaso Seirinidou, heute Professorin für moderne griechische Geschichte in Athen. Sie zeigte auf, dass sich die Haltung Österreichs zu Aufstand und Unabhängigkeit der Hellenen nicht auf den negativen Nenner „Metternich“ allein bringen lässt.

Die Chefin der Wiener Byzantinistik und Neogräzistik, Maria A. Stassinopoulou, sorgte mit ihrer Einführung und Diskussionsleitung für einen hervorragend koordinierten Abend an der Diplomatischen Akademie. Einen gelungenen Abschluss brachte vom österreichischen Außenministerium David Schriffl ein, Leiter von dessen Historischem Referat.